
Ausgangspunkt der Arbeit Hyperbata und die fragile Brosche ist die Verschiebung von Fragmenten, Maßstäben und gewohnten Ordnungen. Der Begriff „Hyperbata“ verweist auf eine Umstellung innerhalb einer bestehenden Struktur – ein Prinzip, das sich in der Arbeitsweise des Schneidens, Trennens und erneuten Zusammensetzens widerspiegelt. Die fragile Brosche erscheint dabei als Zwischenform – als etwas, das verbindet und zugleich verletzlich bleibt. Wie ein Schmuckstück, das zwischen Körper und Außenwelt vermittelt, verhandelt die Arbeit Übergänge zwischen Stabilität und Zerbrechlichkeit, Konstruktion und Auflösung.
The starting point of Hyperbata and the Fragile Brooch is the displacement of fragments, scales, and familiar orders. The term “Hyperbata” refers to a rearrangement within an existing structure – a principle reflected in the processes of cutting, separating, and reassembling. The fragile brooch appears as an intermediate form – something that connects while remaining vulnerable. Like a piece of jewellery that mediates between the body and the outside world, the work explores transitions between stability and fragility, construction and dissolution.














Juicy Visions of Glory
2024
22 Tarotkarten, Papiercollagen, gerahmt
jeweils 18 x 10,5 cm
In ihrer ersten gemeinsamen Arbeit interpretieren Katharina Gahlert und Katja Neubert die 22 Tarotkarten der Großen Arkana als Papiercollagen neu. Ausgehend von den bestehenden Bildwelten des Tarots entwickeln sie einen dialogischen Prozess, in dem die Arbeiten während ihrer Entstehung mehrfach ausgetauscht, weitergeführt und verändert werden. Durch diese gegenseitigen Eingriffe entstehen vielschichtige Bildräume, in denen sich unterschiedliche künstlerische Perspektiven überlagern. Die Collage wird zum Ort des Austauschs: Fragmente, Formen und Bedeutungen wechseln ihre ursprünglichen Zusammenhänge und verbinden sich zu neuen Erzählungen. Die Arbeiten greifen die archetypischen Motive des Tarots auf und untersuchen Fragen nach Identität, Transformation und Zugehörigkeit. Zwischen Fremdheit und Vertrautheit, Körper und Natur entstehen hybride Bildwelten, in denen beide künstlerischen Positionen miteinander in Beziehung treten.


























Die Collagen untersuchen das Verhältnis zwischen dem Eigenen und dem Fremden – und die Frage, wo diese Grenze überhaupt verläuft. Ausgangspunkt ist die Vorstellung des Holobionten: eines hybriden Systems, das nicht als abgeschlossene Einheit existiert, sondern durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Organismen entsteht.
Im Prozess des Schneidens, Fragmentierens und erneuten Zusammensetzens entstehen neue Körper und Zusammenhänge. Fremde Elemente werden aufgenommen, verschoben und miteinander verbunden, bis ursprüngliche Zuordnungen nicht mehr eindeutig lesbar sind.
Das Fragment erscheint dabei nicht als unvollständiger Rest, sondern als aktiver Bestandteil eines neuen Gefüges. Die Arbeiten verstehen Veränderung und Durchdringung nicht als Verlust einer ursprünglichen Identität, sondern als Voraussetzung für die Entstehung neuer Formen.
The collages explore the relationship between the self and the other – and question where this boundary can actually be drawn. Their starting point is the concept of the holobiont: a hybrid system that does not exist as a closed entity, but emerges through the interaction of different organisms.
Through the process of cutting, fragmenting, and reassembling, new bodies and connections emerge. Foreign elements are absorbed, displaced, and brought into relation with one another until their original classifications are no longer clearly identifiable.
The fragment does not appear as an incomplete remainder, but as an active part of a new structure. The works understand change and interconnection not as the loss of an original identity, but as the condition for the emergence of new forms.























